Nach zwölf von insgesamt 24 Projektmonaten hat unser spannendes Forschungsprojekt REGAiT einen wichtigen Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit unseren Verbundpartnern haben wir an der Universität Konstanz Bilanz gezogen, die bisherigen Ergebnisse diskutiert und den Blick auf die nun folgende zweite Projekthälfte gerichtet.
Worum geht es bei REGAiT?
Im Forschungsprojekt „(Re-)Identifikation videographisch erfasster tatbeteiligter Personen durch den Einsatz transparenter KI-Modelle auf Grundlage personenspezifischer Bewegungsmerkmale (REGAiT)“ untersucht der REGAiT-Verbund gemeinsam, wie unbekannte Täter und tatverdächtige Personen anhand ihres individuellen Gang- und Bewegungsverhaltens über unterschiedliche Videos und Kameraquellen hinweg wiedererkannt werden können.
Eine wesentliche Grundlage bilden dabei 3D-Skelettdaten und daraus abgeleitete kinematische Bewegungsmerkmale. Diese werden mithilfe transparenter und erklärbarer KI-Modelle, Explainable AI, analysiert. Ziel ist es, die (Re-)Identifikation von Personen auch unter schwierigen Bedingungen, beispielsweise bei geringer Bildqualität, wechselnden Kameraperspektiven oder unterschiedlichen Aufnahmesituationen, nachvollziehbar zu unterstützen.
Damit adressiert REGAiT eine zentrale Herausforderung der forensischen Videoanalyse: Wie lassen sich Bewegungsmerkmale wissenschaftlich fundiert, technisch robust und zugleich rechtlich sowie praktisch belastbar für Ermittlungen nutzbar machen?
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist dabei die enge Verbindung unterschiedlicher Fachdisziplinen.
Unter der wissenschaftlichen Beteiligung der AG Datenanalyse und Visualisierung der Universität Konstanz, des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Informationsrecht und Rechtstheorie der Universität zu Köln, sowie den Forschungsabteilungen der Subsequent GmbH und der DigiFors GmbH treffen Kompetenzen aus Visual Computing, KI und Datenanalyse, Rechtswissenschaft und Datenschutz sowie angewandter digitaler und 3D-Tatortforensik unmittelbar aufeinander.
Begleitet wurde das Meilensteintreffen zudem durch Vertreter des Projektträgers. Auch die assoziierten Partner waren zugeschaltet und brachten ihre Perspektive aus der polizeilichen Praxis in den fachlichen Austausch und die Bewertung des bisherigen Projektfortschritts ein.
Was wurde bislang erreicht?
In der ersten Projekthälfte wurden neben umfangreichen Datenerhebungen sowie der Schaffung von Trainingsdatensätzen auf Basis von innovativen Motion Capture-Systemen, erste Verfahren für umfangreiche Skelett- und Bewegungsanalysen erarbeitet sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung und Anwendung der Verfahren untersucht.
Technische Leistungsfähigkeit allein reicht dabei im sicherheitsrelevanten und forensischen Kontext nicht aus. Ebenso wichtig sind Nachvollziehbarkeit, Validierung, rechtliche Einordnung und die Orientierung an den tatsächlichen Anforderungen der späteren Anwenderinnen und Anwender.
Einen besonderen Rahmen für den Austausch bot das Data Theatre des VCC an der Universität Konstanz. Vielen Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen in Konstanz für die Organisation und die Gastfreundschaft.
Und jetzt, zweite Projekthälfte
Der Fokus verschiebt sich nun zunehmend von den methodischen und konzeptionellen Grundlagen hin zur Validierung, Durchführbarkeitstestung und praxisnahen Erprobung. Dazu gehören unter anderem weitere realitätsnahe Datenerhebungen sowie der intensive Austausch mit Endanwenderinnen und Endanwendern.
Für uns bei DigiFors ist insbesondere dieser Transfer zwischen Forschung und forensischer Praxis ein zentraler Bestandteil des Projekts.
Wir freuen uns auf die kommenden Monate und vor allem auf die weiterhin offene, konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit im REGAiT-Verbund sowie mit unseren assoziierten Partnern.











