Linköping als Treffpunkt der internationalen Forensik-Community
Vom 24. bis 27. März 2026 verwandelte sich die Universitätsstadt Linköping in Schweden zum Zentrum der internationalen Digitalforensik-Community. Im Rahmen der Digital Forensics Research Conference Europe 2026 (DFRWS EU 2026) versammelten sich erneut Expertinnen und Experten aus Forschung, Behörden und Wirtschaft, um aktuelle Entwicklungen, neue Methoden und Herausforderungen in der IT-Forensik zu diskutieren. Auch zwei DigiFors- Mitarbeitende waren vor Ort. Denn wer in der Digitalforensik und Cybersecurity am Puls der Zeit bleiben will, muss dort sein, wo die Zukunft dieser Disziplin diskutiert und gestaltet wird.
Fokus auf aktuelle Forschung und Praxis
Bereits am ersten Konferenztag standen praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt. Themen wie die Analyse von Netzwerkdaten, der Umgang mit verschlüsseltem Datenverkehr oder auch der Einsatz von Large Language Models (LLMs) in der digitalen Forensik zeigten deutlich, wie stark sich das Feld aktuell weiterentwickelt.
In den darauffolgenden Tagen lag der Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Beiträgen und Keynotes. Diskutiert wurden unter anderem:
- Memory Forensics und die Analyse flüchtiger Daten
- File- und Data-Forensics, etwa bei der Wiederherstellung beschädigter Dateien
- AI in Digital Forensics, insbesondere der Einsatz von KI zur Unterstützung forensischer Analyse
- Mobile und Cloud Forensics sowie neue Ansätze zur Untersuchung moderner Systeme
Auch aktuelle Herausforderungen wie Deepfakes, hybride Bedrohungsszenarien und die steigende Bedeutung großer Datenmengen in Ermittlungen wurden intensiv beleuchtet.
Impulse aus den Keynotes
Zu den prägendsten Momenten der Konferenz zählten die Keynotes.
Heidi Mork Lomell (Universität Oslo) eröffnete mit einem Blick zurück auf die Anfänge digitaler Polizeiarbeit. Ihr Vortrag zeigte, wie stark frühe technologische Entscheidungen und der Einfluss privater Technologieanbieter das heutige Verständnis von IT-gestützten Ermittlungen geprägt haben. Ein spannender Perspektivwechsel, der deutlich macht: Viele aktuelle Entwicklungen, etwa rund um KI, bauen auf Denkmustern auf, die Jahrzehnte alt sind.
Einen deutlich gegenwartsbezogenen Fokus setzte Emil Hjalmarson von der Swedish Defence Research Agency. In seiner Keynote ging es um die Rolle digitaler Forensik in hybriden Konfliktszenarien. Besonders relevant war dabei die zunehmende Überschneidung zwischen militärischen und zivilen Anwendungsfeldern. Ein Thema, das auch für die Zukunft der Cybersecurity eine wichtige Rolle spielen wird.
Auch die Formate abseits klassischer Vorträge trugen zur besonderen Atmosphäre bei. So fand das „Digital Forensics Rodeo“ in einem Luftfahrtmuseum statt und verband praxisnahe Aufgaben mit einem außergewöhnlichen Setting. Der Abschlusstag setzte mit immersiven Visualisierungen zusätzliche Akzente und zeigte, wie wichtig verständliche Aufbereitung komplexer forensischer Ergebnisse ist.
Austausch und Einordnung
Neben den Inhalten war vor allem der Austausch mit internationalen Fachleuten ein zentraler Bestandteil der Konferenz. Für unsere Kolleg*innen bot sich die Gelegenheit, neue Perspektiven kennenzulernen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und eigene Erfahrungen einzubringen.
Gerade dieser Austausch zwischen Forschung, Praxis und unterschiedlichen Anwendungsfeldern liefert wertvolle Impulse. Und das besonders in einem Bereich, der sich so dynamisch entwickelt wie die digitale Forensik.
Was bleibt
Ein zentrales Fazit: Die Grenzen innerhalb der Forensik verschieben sich. Technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, die Analyse großer Datenmengen und neue Bedrohungsszenarien führen dazu, dass klassische Trennlinien – etwa zwischen ziviler und sicherheitsbezogener Forensik – zunehmend verschwimmen.
Für DigiFors sind genau diese Einblicke entscheidend, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.
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Einige Eindrücke von der Konferenz haben wir in den beigefügten Bildern zusammengestellt.



















