Am 26. Februar 2026 traf sich die nationale IT-Security-Community zur zweiten Ausgabe der Fachtagung „Cyber-Angriff“ im Gondwanaland des Zoo Leipzig. Die Location hätte sinnbildlich kaum besser hätte gewählt sein können. Denn wie im Dschungel sind auch Cyber-Angriffe komplex, verschlungen und nur mit Erfahrung, Struktur und einem klaren Plan zu durchdringen.
Die Tagung widmete sich der akuten Bewältigung von Cyber-Angriffen aus technischer, rechtlicher und kommunikativer Perspektive. Neben etablierten Themen wie Incident Response und IT-Forensik standen insbesondere aktuelle Entwicklungen wie hybride Bedrohungsszenarien und neue Angriffsformen im Fokus.
Threat Hunting trifft IT-Forensik – Beitrag von DigiFors

Auch dieses Jahr durften wir mit dem Vortrag von Christian Klaus-Birkner einen Einblick in die Arbeit von DigiFors geben:
„Threat Hunting trifft IT-Forensik: Proaktive Angriffserkennung durch forensische Artefaktanalyse“.
Dabei wurde deutlich: Threat Hunting ist weit mehr als ein Schlagwort. Es ist eine strategische Disziplin zur aktiven Identifikation bislang unentdeckter Angreiferaktivitäten im Unternehmensnetzwerk.
Im Mittelpunkt standen drei Kerngedanken:
Proaktive Erkennung statt reaktives Abwarten
Klassische SIEM-Alerts und Schutzmechanismen sind wichtig, greifen jedoch oft erst, wenn ein Angriff bereits Spuren hinterlassen hat. Threat Hunting setzt früher an: mit Hypothesen, strukturierten Analysen und einem tiefen Verständnis für System- und Angreiferverhalten.
Enge Verzahnung mit IT-Forensik
Die forensische Analyse digitaler Artefakte (etwa Logfiles, Systemspuren oder verdächtiger Indikatoren) ermöglicht es, Muster zu erkennen, die durch regelbasierte Systeme nicht erfasst werden. Gerade diese Kombination aus analytischer Tiefe und operativer Erfahrung macht den Unterschied.
Praxisorientierte Methodik
Der Vortrag zeigte konkrete Denkmodelle und Techniken aus der Praxis und gab Einblick, wie Security-Teams versteckte Kompromittierungen systematisch aufdecken können. Strukturiert, nachvollziehbar und skalierbar.
Damit wurde klar: Wer seine Sicherheitsstrategie zukunftsfähig aufstellen will, sollte aktive Erkennungsmechanismen fest verankern, insbesondere in Zeiten zunehmend raffinierter und dynamischer Angriffsmuster.
Threat Hunting bei DigiFors
Bedrohungen frühzeitig erkennen
Breites Themenspektrum und Austausch auf Augenhöhe
Neben dem DigiFors-Beitrag bot die Veranstaltung zahlreiche weitere Perspektiven aus der Praxis:
- Case Studies zu Krisenmanagement und Cyber-Kommunikation
- Rechtliche Einordnungen zu Datenschutz, Haftung und Meldepflichten
- Einblicke in Verhandlungen mit Erpressern und behördliche Sichtweisen
- Aktuelle Angriffsvarianten und hybride Bedrohungsszenarien
Die Mischung aus fundierten Fachvorträgen, offenen Diskussionen und intensivem Networking machte die Fachtagung zu einem wertvollen Treffpunkt für Verantwortliche aus Unternehmen, Verwaltung und Sicherheitsorganisationen.
Fazit
Die 2. Fachtagung „Cyber-Angriff“ hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielschichtig moderne Cybersicherheit heute ist und, dass nachhaltige Resilienz weit über rein technische Schutzmaßnahmen hinausgeht.
Im tropischen Ambiente des Gondwanaland wurde deutlich: Cybersicherheit ist ein komplexes Ökosystem. Wer hier bestehen will, braucht aktive Beobachtung, methodisches Vorgehen, bereichsübergreifende Zusammenarbeit und den Mut, Bedrohungen nicht nur abzuwehren, sondern ihnen gezielt auf die Spur zu gehen.











